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Leseprobe

Einleitung

 

 

 

 

 

 

 

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Das Interesse von Esoterikern an historischen Tatsachen scheint umgekehrt ebenso gering zu sein. Da hört man oft Aussagen wie: „Das interessiert mich nicht, es gehört nicht zu meiner Aufgabe, mich mit der Biographie zu beschäftigen. Ich arbeite nur mit seiner Energie, ich bin Kanal für die Botschaften und Durchsagen des Meisters, die auf mich zugekommen sind, um mich für diese Aufgabe auszubilden.“ Fragt man nach, bedeutet „auf mich zugekommen“, dass in inneren Bildern und Visionen entsprechende Anweisungen erhalten wurden. Diese Aussagen stellen jedoch nicht zufrieden, zumal die Veröffentlichungen in diesem Bereich ähnlich diffus, ohne Quellenangaben oder die erwünschten und notwendigen Erläuterungen präsentiert werden. Über die Urheber erfährt man selten etwas, in manchen Werken treten sie nur als Herausgeber des „Autors“ Saint Germain auf, falls überhaupt.

Es scheint, dass heutige Esoteriker ebensowenig die Neigung haben, Uneingeweihten die Herkunft ihrer Weisheit nachvollziehbar zu machen, wie Wissenschaftler den Versuch unternehmen möchten, sich mit okkulten Phänomenen zu befassen.

Saint Germain gibt den Wissenschaftlern Rätsel auf. Er ist mit den Mitteln üblicher historischer Untersuchung nicht wirklich zu erfassen und entzieht sich anscheinend jedem vordergründigen Zugriff.
Es liegt in seinen Wesen begründet, dass seine Rätselhaftigkeit eine Art Suche erfordert, eine Aufgabe stellt, eine Herausforderung bietet, sich mit ihm zu beschäftigen. Man sieht sich mit vielen Widersprüchen konfrontiert, so dass es umungänglich ist, eine eigene Interpretation und ein persönliches Verhältnis zu ihm zu finden.

Allein aus den wenigen beweisbaren Tatsachen aus dem Leben des Grafen scheint es unerklärlich zu sein, dass eine Persönlichkeit über zwei Jahrhunderte nach ihrem Tode die Nachwelt so sehr fasziniert und in den Menschen derart gegensätzliche Reaktionen hervorruft.
Es scheint kaum möglich zu sein, einen Zugang zu dieser Individualität zu finden, solange man gewohnt - gewöhnlichen Denk-Pfaden folgt und nach Sicherheiten und Beweisen sucht. Man wird immer wieder zurückgeworfen auf sich selbst, auf den Innenweg. Äußere Spuren verlaufen irgendwann im Nichts, im Gefühl „alles ist möglich“ oder in der Beliebigkeit.
Der Weg kann nur weiterführen, wenn man versucht, sich ihrem Wirken innerlich zu öffnen und den Zugang auf anderen Ebenen sucht als im rein Stofflichen.
Eine nach menschlichem Ermessen stimmige Biographie zu entwerfen, wird immer an Grenzen stoßen. Viele Autoren haben das bereits versucht, und die Widersprüche lassen sich in der entsprechenden Literatur studieren.

Deshalb sei hier keine weitere Variante hinzugefügt.

Die Spur, auf die Saint Germain einen bringen kann, führt durch die gesamte Geschichte der abendländischen Esoterik, mit der er eng verbunden ist.

Die unterschiedlichen Ausprägungen esoterischer Strömungen, die hier beschrieben werden, weisen jedoch in Bezug auf die Individualität des Grafen Saint Germain ebenso Widersprüchliches auf wie die äußere Wissenschaft auch. Eine erhoffte und endgültige Sicherheit lässt sich auch hier nicht finden, selbst wenn die wesentlichen Grundgedanken übereinstimmen.
In diesem Sinne mögen diese Ausführungen als Anregung zu verstehen sein für diejenigen, die sich selber auf eine Suche begeben wollen.

Bibliographische Angaben

 

 

 

 

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Christiane Feuerstack
Graf Saint Germain
im Spiegel der Widersprüche

2. Auflage 2006
64 Seiten, mit Vignetten, Gewicht: 132 g
Höhe: 20 cm, Breite: 14 cm
Umschlaggestaltung: Falko Windhaus
Illustration: Falko Windhaus
Lektorat: Gerald Friese
Druck: L-S Kiel

 

MenschMedien Verlag

ISBN 3-924964-22-x  10,00 EURO



© 2004 MenschMedien Verlag Eckernförde

Presse

János Darvas  in "Das Goetheanum"

Kompakter Überblick
Christiane Feuerstack: Graf Saint-Germain im Spiegel der Widersprüche

"Christiane Feuerstacks kleines Büchlein „Graf Saint-Germain im Spiegel der Wiedersprüche“ bietet nun eine gut lesbare Übersicht, über die makante Aspekte des schwer überschaubaren Themas"
"Die Diktion ist locker, vereinfacht aber die komplizierten Zusammenhänge nicht ungehörig. Der Ton bleibt freilassend, läßt die Phänomene für sich sprechen."
"In jedem Fall füllt die Publikation eine Lücke, indem sie einen Überblick bietet und auf relevante Gegebenheiten der neueren Esoterikgeschichte aufmerksam macht."
[vollständige Kritik <--]
Über das Buch

Die Gestalt des Grafen von Saint Germain, eine Persönlichkeit, die in kaum einen offiziellen Lexikon Erwähnung findet, die jedoch als bedeutender Diplomat, Erzieher, Künstler und Wissenschaftler gilt, lässt einen interessiert Fragenden nicht zur Ruhe kommen. Gerade auf dem Felde der zeitgenössischen Esoterik erscheinen nicht wenige Werke, die dem Laien Rätsel über Rätsel aufgeben. Die heutige Wissenschaft scheut in der Regel weiterhin jede Berührung. Vom „Aufgestiegenen Meister Saint Germain“ ist die Rede, von „Durchsagen des Meisters“, vom "Channeling" und der „Violetten Flamme“, die zur Reinigung, zum Schutz oder zur Transformation aufzurufen oder zu visualisieren ist. Wie sind diese geheimnisvoll klingenden Begriffe zu verstehen? Ist das alles Unsinn, oder ist doch „etwas dran“ und vielleicht gar mit seriöser Wissenschaft zu vereinbaren? Christiane Feuerstack sucht in dieser Schrift nach Antworten, übersetzt esoterisches Sprachgut ins Deutsche und macht den Uneingeweihten mit verschiedenen Bruderschaften und okkulten Bewegungen rund um diese Persönlichkeit vertraut. In verständlicher Sprache erläutert sie den Einfluss des Grafen auf die heutige Zeitlage und zeigt, welche dieser Einflüsse noch heute für den interessierten Leser von Bedeutung sein können.  (Semjon)

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